Was können FM’s tun, um eine positive Kultur für mentale Gesundheit aufzubauen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, dass Produktivitätsverluste infolge von Depressionen und Angstzuständen, zwei der häufigsten psychischen Störungen, die Weltwirtschaft schätzungsweise eine Billion US-Dollar pro Jahr kosten.

Andere Untersuchungen, wie die einer britischen OnePoll-Umfrage unter 2.000 erwerbstätigen Erwachsenen im Auftrag von Mental Health First Aid (MHFA) England und Bauer Media UK, ergaben kürzlich, dass sich durchschnittlich 42 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohl fühlen, wenn sie sich über ihren körperlichen Zustand austauschen. Im Vergleich dazu fühlen sich nur 14 Prozent in der Lage, untereinander über psychische Gesundheitsprobleme zu sprechen. Die Ergebnisse zeigen, dass es einen grundlegenden Wandel geben muss, um sicherzustellen, dass die psychische und physische Gesundheit am Arbeitsplatz gleichbehandelt werden.

In den letzten Jahren hat sich das Arbeitsumfeld in einer Weise verändert, die vor ein paar Generationen unvorstellbar gewesen wäre. Diese Veränderungen in den Bereichen Technologie, Kommunikation und Infrastruktur haben zusätzliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit und beruflichen Entwicklung geschaffen. Aber leider ist dabei aus dem Blick geraten, wie sich die Arbeitsplätze auf die geistige Gesundheit der Mitarbeiter auswirkt.

Mentale Gesundheit und Leistungsfähigkeit

Viele Faktoren beeinflussen die psychische Gesundheit der Mitarbeiter, einschließlich organisatorischer Probleme, schlechter Kommunikations- und Managementpraktiken, eingeschränkter Beteiligung an Entscheidungsprozessen, langer oder unflexibler Arbeitszeiten und mangelnder Teamzusammenhalt. Mobbing und psychische Belästigung sind ebenfalls bekannte Ursachen für arbeitsbedingten Stress und damit verbundene psychische Probleme.

Eine aktuelle Umfrage der Arbeitsplatzberatung Peldon Rose ergab, dass ein Viertel der Mitarbeiter (26 Prozent) der Meinung ist, dass ihre Organisationen nichts dafür tun, um ihren Mitarbeitern beim Umgang mit Stress am Arbeitsplatz zu helfen. Wie können Facility Manager (FM) in dieser Situation helfen?

Raum für Entspannung schaffen

In der Peldon Rose Umfrage gaben fast die Hälfte der Mitarbeiter (49 Prozent) an, dass sie einen Yoga- und Meditationsraum und Trainingseinrichtungen (50 Prozent) wünschen, die beim Abbau von Stress am Arbeitsplatz helfen sollen. Mit dem Know-how der Facility Manager könnten sie einen Raum mit entsprechender Belüftung, Raum und Beleuchtung für Yoga- und Meditationskurse bereitstellen. Sie hätten auch die Mittel und das Wissen, um für solche Veranstaltungen im gesamten Unternehmen zu werben.

Gute Kommunikation

Probleme, die die psychische Gesundheit betreffen sind oft das vergessene Thema im Bereich Gesundheit und Sicherheit. Kommunikation ist der Schlüssel – nicht nur zwischen Mitarbeitern und Management, sondern auch Kollegen und Teams müssen Gespräche über psychische Gesundheit führen. Facility Manager sind in der Lage, diese Gespräche zu beeinflussen. Sie können auch alle Unternehmensrichtlinien zur psychischen Gesundheit durchsetzen, die an Arbeitsplätzen existieren, aber nicht unbedingt umgesetzt werden. So hat beispielsweise ein Technologieunternehmen in den USA eine „Freundlichkeitspolitik“, die darauf abzielt, eine gute Behandlung aller Mitarbeiter sicherzustellen, was die Kultur im gesamten Arbeitsumfeld beeinflusst.

Maßgeschneiderte Arbeitsbereiche

Die meisten Menschen glauben, dass ihre Arbeitsumgebung wichtig für ihre psychische Gesundheit und ihr Wohlbefinden ist. Allerdings gibt beispielsweise die Hälfte der Befragten der Peldon Rose Umfrage an, dass sich ihr Arbeitsumfeld nicht positiv auf ihre psychische Gesundheit (51 Prozent) und ihr Wohlbefinden (49 Prozent) auswirkt.

Facility Manager können dafür sorgen, dass sich Mitarbeiter bei der Arbeit wohlfühlen, indem sie sicherstellen, dass die Arbeitsbereiche auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten sind. So können Facility Manager beispielsweise Lärmbelästigungen durch die Einrichtung von Quiet-Zones beheben, in denen die Mitarbeiter mit weniger Störungen arbeiten und somit weniger Stress bekommen können. Dies kann den Mitarbeitern auch etwas Ruhe und Privatsphäre geben, wenn ihre Arbeitsaufgaben es erfordern.

Engere Zusammenarbeit mit dem Personalwesen

Facility Manager könnten enger mit den HR-Teams zusammenarbeiten, um gemeinsam eine physische Begrenzung der Arbeitszeit einzuführen. So fährt etwa ein Amsterdamer Designstudio seine Schreibtische um 18 Uhr unter die Decke, um die Mitarbeiter von der späten Arbeit abzuhalten und den Raum für Spiele, Übungen oder Aktivitäten zu nutzen.