ISS und IBM schließen Partnerschaft

ISS und IBM kooperieren um Gebäude zu schaffen, die nah am Menschen sind – Gebäude mit einem „Human Touch“. Doch was hat diese beiden Unternehmen zusammengebracht? Und wie wird sich diese Zusammenarbeit entfalten?

Während der ISS Top Management Conference hatten wir die Möglichkeit mit dem Direktor von IBM Watson IoT, Nils J. van der Zijl darüber zu sprechen. So sieht er die Partnerschaft:

F: Nun wurde die Zusammenarbeit zwischen ISS und IBM offiziell gemacht. Was hat Sie zusammengebracht?

Wie alle drei Jahre, hat ISS den Markt untersucht, um zu testen, ob ihr bestehendes computergestütztes Facility Management-System (CAFM – computer aided facility management system) immer noch aktuell und in der Lage ist die steigenden Kundenanforderungen zu erfüllen. Um schließlich nach jemand Neuem zu suchen, der das derzeitige System ersetzt.

Wir waren mit verschiedenen Akteuren im Marktsegment in einem wettbewerbsfähigen Dialog, haben aber bereits sehr früh in diesem Prozess klare Übereinstimmungen zwischen den beiden Unternehmen gesehen.

Im Vergleich zu anderen Anbietern mit einem rein europäischen Aufbau hat IBM eine globale Präsenz. Wir hatten die Reichweite und die Möglichkeiten verschiedene Komponenten der benötigten Technologie zu erschließen, bspw. Energiemanagement, Immobilien- und Flächenmanagement, Projektmanagement usw.

Die Breite und Tiefe all dieser Lösungen machte uns für ISS und die Art von Geschäft, die sie vertreten, sehr attraktiv.

Als Ergebnis wählte ISS IBM als Vertragspartner für ein CAFM-System und wir starteten eine Reihe von Pilotprojekten.

Als die Dinge sich zu entwickeln begannen, haben wir auch mit verschiedenen Gesprächen zum Thema Optimierung der Arbeitskräfte und wie unsere Unternehmen für gemeinsame Vorteile zusammenarbeiten könnten, begonnen. Schnell fanden wir heraus, dass die Integration all dieser Lösungen ein echtes Unterscheidungsmerkmal für ISS sein kann und dies war unser eigentlicher Wendepunkt.

F: Warum ist es für Sie attraktiv, ISS als Partner zu haben?

Aus meiner Sicht vertreten wir beide innovative Unternehmen. Sowohl IBM als auch ISS sind sich der Tatsache bewusst, dass Dinge sich sehr schnell verändern. Aus diesem Grund versuchen wir uns ständig neu zu erfinden, neue Lösungen und Wege zu suchen, um die sich ständig verändernden Nachfragen der Kunden zu erfüllen.

In diesem Sinne befinden wir beide uns auf demselben Weg.

Zudem haben wir sehr ähnliche Kundengruppen und schon frühzeitig hatten mein Team und ich eine Vision davon, wie wir gemeinsam den Markt betreten können. Mit einer einzigen, integrierten Lösung, die auf alle Bedürfnisse eingehen kann, die ein Kunde möglicherweise hat.

F: Welche Entwicklungen aus der Kooperation zwischen ISS und IBM werden wir sehen?

Lassen Sie mich Ihnen ein konkretes Beispiel geben. Wir haben mit einem Kunden zusammengearbeitet, der ein Gebäude mit mehr als 1.500 Menschen betreibt. Um sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können, haben sie viele ihrer Aufgaben, die nicht zum Kerngeschäft gehören, wie Gebäudetechnik, Reinigung, Catering und weitere an eine Vielzahl von Partner ausgelagert.

Dann kamen wir und waren sehr darum bemüht, ihr Gebäude mit unserer Technologie intelligenter zu machen und dadurch einen Maßstab für ihr gesamtes Unternehmen zu setzen. Schon bald standen wir vor einer Herausforderung, denn keine der vorhin erwähnten Aufgaben waren integriert.

Und genau da kommt die Partnerschaft von IBM und ISS ins Spiel. Wir sind nun in der Lage zusammen zu den Kunden zu gehen, Hand in Hand mit einer Lösung, die alle ihre Bedürfnisse abdeckt und eine Integrated Facility Services-Lösung anbietet, bei der die Technik ein Werkzeug ist, das das Potenzial hat, die Kundenerfahrungen, die Flächennutzung in Gebäuden, den Arbeitseinsatz der Mitarbeiter und all das zu optimieren, während ein neuer Grad an Effizienz erreicht wird.

F: Wie denken Sie, dass durch diese gemeinsame Lösung bessere Serviceerfahrungen geschaffen werden?

Grundsätzlich wird es uns durch diese gemeinsame Lösung ermöglicht, stärker personalisierte Serviceerfahrungen hervorzubringen, die sich nach den Bedürfnissen und dem Wohlbefinden jedes einzelnen Menschen richtet, der das Gebäude benutzt.

Mit der Sensortechnologie werden wir erfassen können, wie sich Menschen im Gebäude bewegen, welche Serviceleistungen zu welcher Zeit bevorzugt genutzt werden, wo eine Serviceleistung am meisten Nutzen schafft und wo den geringsten Wert für den Kunden oder den Einzelnen hat.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Konferenzraum, haben das Verlangen nach einer Kanne Tee oder Kaffee oder brauchen einen Overheadprojektor. Sie könnten auch ein technisches Problem haben und einen Techniker benötigen, der ihnen hilft es zu lösen.

Das Problem kann sehr einfach sein, doch falls es von Ihnen fordert, dass Sie aus dem Raum gehen und jemanden finden müssen, der Ihnen hilft, wird dies keine ideale Serviceerfahrung sein. Also wie können Sie diese großartigen Servicemomente hervorrufen, die wirklich einen Wert besitzen? Wie können Sie sicherstellen, dass der richtige Servicemitarbeiter zur richtigen Zeit da ist?

Nun, mit der Technik und gut geschultem Servicepersonal können Sie das. Ob dies der Besitz einer App ist, wo Sie mit einem einzigen Knopfdruck den richtigen Servicemitarbeiter rufen können oder ob eine Sensortechnologie das Problem erfassen und die Nachricht sofort zur richtigen Person weiterleiten kann – die Technik ist in der Tat ein wichtiger Wegbereiter für solch wertvolle Servicemomente.

F: Welche Rolle werden diese Technologien in der Zukunft spielen?

Was wir in Zukunft sehen werden, ist mehr und mehr mobile Arbeit. Was wird das bedeuten? Nun, eventuell wird das bedeuten, dass Menschen sich nur an Plätzen zusammenfinden werden, wenn sie ein gemeinsames Ziel oder eine gemeinsame Tagesordnung haben, z.B. Kundentreffen.

Um mein eigenes Unternehmen als Beispiel zu nehmen: wir haben angefangen Kundencenter einzurichten. Wieso? Weil viele unserer internen Meetings in Telefonkonferenzen abgehalten werden und wir unsere Büroraume in erster Linie nutzen, um Kunden zu treffen.

So wird diese gesamte Veränderung einen gewaltigen Einfluss auf die Rolle haben, die Technologien in der Zukunft spielen. Gebäude werden die Fähigkeit haben, Sie als Nutzer zu erfassen und zu erkennen. Wenn Sie als Einzelperson eintreten, wird es in der Lage sein, Sie durch das Gebäude zu leiten. Es kann identifizieren wo Räume verfügbar sind, je nachdem, ob Sie an diesem bestimmten Tag lieber einen flexiblen Arbeitsplatz oder einen Konferenzraum hätten. Zudem kann es sicherstellen, dass Sie eine Tasse Ihres Lieblingskaffees bekommen, da das System sowohl die Einzelperson als auch ihre Vorlieben erkennen wird, bspw. welchen Kaffee Sie bevorzugen.

Umgekehrt wird es um das Wohlbefinden in allen Bereichen gehen, Dinge für die Nutzer komfortabler, Menschen glücklicher machen und es Ihnen letztendlich zu ermöglichen ihre volle Aufmerksamkeit auf ihr Ziel zu richten.